Marc Raabe- Der Morgen
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Marc Raabes „Der Morgen“ ist der explosive Auftakt zur Art-Mayer-Reihe und hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.
Als passionierter Thriller-Leser war ich auf der Suche nach einem Buch, das Spannung, Tiefe und unvorhersehbare Wendungen vereint – und genau das hat Raabe hier meisterhaft geliefert. Dieses Werk ist nicht nur ein Pageturner, sondern ein echtes Highlight im Genre!
Im Zentrum steht Art Mayer, ein Ermittler, dessen vielschichtige Persönlichkeit sofort fasziniert. Rau, verletzlich, unnachgiebig – ein Charakter mit Ecken, Kanten und Vergangenheit, der dennoch menschlich bleibt und dessen emotionaler Kern tief berührt. Es macht enorme Freude, ihn auf seinem Weg zu begleiten und Stück für Stück mehr über ihn zu erfahren. Man spürt schon jetzt: Diese Figur hat das Potenzial, zu einer der beliebtesten Ermittlergestalten der deutschen Thrillerlandschaft zu werden.
Auch seine junge Kollegin Nele ist ein interessanter Charakter, sie ist neu im Job, aber sehr ehrgeizig und willensstark. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten werden Art und Nele zu einem guten Team deren Basis ein tiefes Verständnis füreinander ist Ich habe die beiden auf jeden Fall schon mal in mein Leseherz geschlossen.Bin gespannt wie sich die beiden in den folgenden Bänden weiterentwickeln.
Schon mit Tom Babylon hat Marc Raabe ja gezeigt, dass im tiefgründige Charaktere und deren Entwicklung sehr liegen. Der Kriminalfall im vorliegenden Buch ist ziemlich verwickelt und zunächst undurchschaubar. Der Leser begreift schnell, dass die Fälle der ermordeten Frauen mit den Ereignissen in der Vergangenheit zusammenhängen müssen, aber es dauert eine Weile, bis den Romanfiguren im fortlaufenden Handlungsstrang die Spitznamen der damaligen Jugendlichen zugeordnet werden können. Dabei legt der Autor geschickt falsche Fährten – und am Ende kommen Umstände ans Licht, die zuvor überhaupt nicht absehbar waren. Dementsprechend bleibt das Buch trotz des beachtlichen Umfangs von knapp 600 Seiten bis zum Schluss spannend.
Die Spannungskurve steigt dabei kontinuierlich, und die Twists kommen so clever platziert, dass ich mehrmals laut aufgestöhnt habe – vor Überraschung und Begeisterung! Besonders die Verknüpfung von aktuellen Themen wie Manipulation und Machtmissbrauch mit einer packenden persönlichen Geschichte macht das Buch zu etwas Besonderem.
Raabes Stil ist gewohnt kraftvoll und präzise. Er versteht es meisterhaft, düstere Spannungskulissen aufzubauen, ohne je ins Klischee abzurutschen. Die Szenen sind plastisch, das Erzähltempo perfekt balanciert – mit intensiven, erschütternden Momenten, aber auch stillen Passagen, die einen mitten ins Herz treffen. Besonders beeindruckend ist, wie subtil Raabe gesellschaftliche und moralische Fragen einwebt, ohne den Lesefluss zu unterbrechen.
Fazit: „Der Morgen“ ist ein brillanter Thriller und ein Auftakt, der Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertrifft. Ein atmosphärisches Meisterwerk voller Tiefe, Dramatik und menschlicher Abgründe. Für Fans intelligenter Spannungsliteratur ein absolutes Muss – und für alle anderen die perfekte Gelegenheit, in eine neue, hochkarätige Thrillerreihe einzusteigen.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ – uneingeschränkte Leseempfehlung!